Geschichten, die mir nahe gegangen sind

Hier sitze ich und schone meinen linken Fuss. Die Knochen sind heil, das konnte der Arzt mittels Röntgenbild klären. Sonst konnte er mir nichts Genaues sagen. So ein Arztbesuch hat zu Corona-Zeiten etwas Surreales, aber mehr darüber ein andermal. Tatsache ist: Der Fuss ist blau und am Knöchel leicht geschwollen. Ich ziehe den Fuss nach, an einen Sonntagsspaziergang ist aus mehreren Gründen nicht zu denken.

So forste ich mich durch die Beiträge meiner MyTagebuch-Kollegen. MyTagebuch, das ist jene Community, die auf Blogs einfach mal von ihrem täglichen Leben erzählt. Das ist oft spannend, jetzt gerade aber besonders lesenswert. Denn wir bekommen ja alle gar nicht mehr mit, was andere in ihren Home Offices, in ihren stillen Wohnungen, in den Zimmern mit den unterbeschäftigten Kindern so erleben. Dabei ist die Lektüre von Alltagserlebnissen anderer eine sehr wirksame Arznei gegen Corona-Stinkigkeit und alle Arten von Selbstmitleid.

Wer Zeit hat, surft durch die Bloggroll von Nell. Sie hat getreulich alle alten MyTagebuch-Kolleginnen und Kollegen aufgelistet. Dort finden sich Dutzende von total subjektiven Schilderungen des Lebens im Corona-Modus. Beiträge, die mir besonders nahe gegangen sind (kein Ranking, einfach eine Liste):

Ginger überlegt sich hier gerade, ob er seine Hochzeit im Sommer verschieben soll. Ausserdem versucht er sich – mit viel schwarzem Humor – vorzustellen, wie es wäre, als Pathologe zur Pflege von Corona-Patienten eingesetzt zu werden.

Milou berichtet hier, dass sie im Home Office wohl bald sehr viel Arbeit bekommen wird. Sie muss sich um insolvent gewordene Reisebüros kümmern.

Mohseshoh bestätigt mir hier mit einer unnachahmlichen Anekdote, dass man beim Maskentragen nuschelt.

Phoebeweatherfield ist Lehrerin in Bayern und fragt sich hier, wie wohl der wegen der Abstandsregeln in die Turnhalle verlegte Englisch-Unterricht an der wiedereröffneten Schule vor sich gehen wird.

Hypermental erzählt hier hier sehr sachlich, wie er versucht, an Fördermittel zu kommen, um die Pleite seines Kleinunternehmens abzuwenden.

Erinnye macht sich Sorgen um eine Verwandte, deren WG-Mitbewohner an Covid-19 erkrankt sind. Es geschah bei der Apres-Ski-Party im Südtirol. Sie fragt sich hier, warum es eigentlich noch Leute gab, die Skipartys durchführten, als man längst wusste, dass das gefährlich ist.

8 Gedanken zu „Geschichten, die mir nahe gegangen sind“

  1. Oh, danke für die Erwähnung. Schön dass du dir Zeit genommen hast für die Reste der alten Community. Alles Gute für deinen Fuß!

  2. Wobei in meiner Blogroll seit einiger Zeit nicht mehr nur alte Mytagebuch-Kollegen sind. Ich hab auch von WordPress und einer anderen Blogseite einige dazu genommen. Gnubbels, Hoffende, Schreibenwärmt und Anje haben nie bei mytagebuch geschrieben oder gelesen. Aber ich find sie halt interessant zum Lesen, bin zum Teil zufällig drauf gestoßen, zum Teil über andere. In Deiner Aufstellung wird es für einen Außenstehenden schwer, spontan mitzulesen. Der Blog von Milou ist privat, meiner auch und der von Mo auch. Aber überall kann man anfragen, ob man mitlesen kann. Ich jedenfalls lasse jeden mitlesen, der selber auch einen Blog hat, wo ich also nachvollziehen kann, wer es ist. Wobei ich erstmal nur Leute eingeladen habe, die ich schon etwas „besser“ kannte, nicht so ganz fremde.
    Liebe Grüße! 🙂

    1. Huch, daran habe ich gar nicht gedacht! Danke für den Hinweis. Da werde ich wohl einige Beiträge und den Hinweis auf Deine Blogroll streichen müssen. Schade!

      1. Finde ich nicht, dass Du da was streichen musst. Der Eintrag an sich ist schön zu lesen, wäre komisch, wenn da jetzt was fehlen würde. Danke auch für die Erwähnung! Wenn Jemand wirklich nachlesen will, kann er ja den Einladungsknopf drücken, das ist ja meistens kein Problem. Liebe Grüße! 🙂

  3. Um Dich nimmer länger warten lassen zu müssen: Vor drei Tagen begegnete ich endlich der Nachbarin, ihre E-Mailanschrift sei nicht korrekt, wobei ich ihrer aktuellen nach wie vor nicht mächtig bin. Jedenfalls hat sie zwei Wochen Schiene getragen. Bei Dir tippe ich laienhaft auf Faserriss, oder? Wie geht es Dir denn derweil damit?

    1. Liebe Edith, herzlichen Dank der Nachfrage. Heute war ich nochmals beim Arzt und habe meinen Mann mitgenommen, weil er den Arzt besser versteht als ich. „Distorsion“, hat der Arzt gesagt, heisst das. Was genau gerissen ist, können sie nicht sagen. Aber er meint, etwa in einer Woche werde ich wieder halbwegs normal gehen können. Im Moment hinke ich noch – und zusammen mit meinem Schwindel sieht das dann oft aus, als wäre ich ziemlich betrunken.

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