2026 werde ich wahrscheinlich ein Cochlea-Implantat bekommen, ein elektronisches Innenohr. Ich habe einen Operationstermin am 26. April. Eine Ärztin hat mir bereits die Funktionsweise eines gesunden Innenohrs erläutert: In der Hörschnecke wachsen Härchen, die beim gesunden Ohr auf Schallwellen reagieren und Impulse an den Hörnerv weiterleiten. „Die Hörschnecke ist gebaut wie ein spiralförmiges Klavier. Oben sind die Härchen für die hohen Töne, unten diejenigen für die tiefen. Bei Innenohrschwerhörigkeit sind diese Härchen kaputt. Das Cochlea-Implantat ersetzt sie durch Elektroden.“
Dann kam der Chirurg erklärte mir, wie er operieren wird: „Wir werden den Knochen hinter Ihrem Ohr aufsägen und zwischen Gesichts- und Geschmacksnerv einen Zugang zum Mittelohr und von dort zur Hörschnecke legen“, sagt er. Ich nickte und sagte: „Das klingt brachial.“
Er: „Oh, nein, jedes Mal, wenn so ein Innenohr offen vor mir liegt, ist es, als würde sich ein kleines Universum vor mir auftun. Es ist wunderschön.“


Da hast Du ein großes Glück, daß Du einen Chirurgen gefunden hast, der gerne das tut, was er tut und sich freut über das, was er anschauen darf: das Universum dieser wunderbaren Ohrschnecke! Ich tät ihn bitten, dieses Meisterwerk der Natur zu fotografieren!
Du bist sicher in guten Händen bei einem, der sein Handwerk gerne macht! Ganz liabe Grüß vom verregneten Nordrand der Alpen.
Ja, ich fand diese Aussage des Herrn Chirurgen auch sehr vertrauensbildend und überhaupt einfach grossartig! Man hat ja ein bisschen Angst, dass beim Aufsägen einer der Nerven touchiert wird, und dass es dann wehtut. Diese Befürchtungen werden schon mal viel kleiner, wenn man weiss, dass jemand Hand anlegt, der seinen Job gerne macht.
Aber fotografieren muss mir meine Hörschnecke niemand. Es ist mir lieber, sie konzentrieren sich dann voll auf die Operation. 🙂
Viel Glück!
mb
Danke, Matthias! Es freut mich natürlich, dass Du Dich hier ab und zu meldest, und ich habe Dich mal gegoogelt und festgestellt, dass du ein Burn-out-Experte bist. Nun frage ich mich natürlich, weshalb du meinen Blog liest 🙂