
Schalusiie (N, hier im Plural)
Standarddeutsch: Fensterläden
Ich sitze mit ein paar nicht mehr ganz jungen Leuten aus der Nachbarschaft an einem heiteren Tisch. Wir verhandeln Wörter von früher. Iris erwähnt den französischen Einfluss auf unsere Sprache und nennt als Beispiel «Schalusiie». Ja, daran erinnere ich mich gut. Wenn es dämmerte, pflegte meine Mutter das Licht anzuzünden und dann zu sagen: «Mues no gschnäll go d’Schalusiie zuemache». Darauf schloss sie die Läden, damit niemand uns von draussen beobachten konnte. Das Wort kommt von französisch «la jalousie», die Eifersucht. Später habe ich dann und wann über den Zusammenhang zwischen Eifersucht und Fensterläden gerätselt. Eifersucht, da dachte ich an an träge Sommernachmittage, ein zerwühltes Bett und an mörderische Rachsucht. Und nicht an das geordnete Familienleben von damals.
Hier wird die Wortgeschichte erklärt und auch, dass man in Deutschland (vielleicht auch in Österreich) unter einer Jalousie etwas versteht, was wir ganz pragmatisch «Schtore», gepflegter «Schtoore» oder nötigenfalls «Lamälleschtoore» nennen.

Die im Foto abgebildeten Fensterläden erinnern mich daran, wie wir bei meinen Großeltern „Heimkino“ geschaut haben: wenn die Läden zugeklappt waren, war das Zimmer dunkel wie bei Nacht (bzw. wie im Kino), und mein Opa führte die Filme vor, die er in den Jahren zuvor von uns aufgenommen hatte (die mussten vorher ja noch entwickelt werden).
Eine «Schtore» hätte wohl nicht ausgereicht, um die entsprechende Atmosphäre herzustellen.
Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen! Und zwischen den Holzlamellen hindurch sticht dann noch das Licht des hellen Nachmittags! 🙂
«I bi jalouse» (gesprochen schaluus) ist im Berndeutsch ein gängiger Satz, zumindest war es das bis vor nicht allzu langer Zeit. Ob das Wort noch heute bei den jungen Menschen gebräuchlich ist, weiss ich nicht.
Oh, das habe ich in Bern nie gehört! Aber ich muss ehrlich gestehen: Ich bin nie wirklich in die Tiefen der berndeutschen Sprache eingedrungen, schon gar nicht in Sachen Liebe!