
Wir mussten uns eingestehen, dass es heiss war. Es war 15 Uhr am Tag 3 unserer Ferien, in der dritten Juniwoche. Das Thermometer strebte zielbewusst die 30 Grad-Marke an. Eben waren wir von unserem Spaziergang Richtung Tenero nach Locarno zurückgekehrt. Nun mussten wir mehr als eine Stunde warten. Wir waren später noch mit unseren Nachbarn übers Eck verabredet, die zufällig auch gerade hier Ferien machten. Da sagte Herr T.: «Wir gehen jetzt in den Park, setzen uns auf eine Bank und ruhen uns aus.» Beim Eingang zu den Giardini Rusca fotografierte ich das Plakat links. Den gelbgrünen Recycling-Superman gibt es auch in der Deutschschweiz. Aber ich fand das Wort «bicipiti» so reizvoll. Und genau in diesem Moment vollzog sich bei der Reisenden Frogg eine Veränderung, die diesen Ferien eine ganz andere Note gab als unseren früheren.
Auf jeder früheren Reise hätte ich Herrn T. den Schatten alleine aufsuchen lassen. Ich hätte wenigstens noch meine Beinmuskeln und Augen trainiert, indem ich ein Stündchen auf Entdeckungstour durch die Stadt geschlendert wäre. Aber diesmal folgte ich Herrn T. schicksalsergeben zu einem von Bäumen umgebenen Plätzchen mit einem mächtigen Bronzestier in der Mitte. Ich war so erhitzt, dass ich ihn nicht einmal fotografierte. Wir setzten uns auf den letzten verbliebenen Platz – die schattigen Stellen auf den acht Bänken waren mit einer Ausnahme alle besetzt.
Dann trafen wir unsere Nachbarn, fanden ein sympathisches Lokal in der Nähe der Piazza Sant’Antonio (der Grosse) und genehmigten uns einen Apero. Der Abend gehörte zu den vielen Treffen, die diese Ferien ebenfalls ganz anders machten als alle vorhergegangenen. Einige unserer Bekannten und Freunde, viele von ihnen pensioniert, waren auch gerade hier. Herr T., selbst Pensionist, hat einen Freundeskreis aufgebaut, während ich malochte und meine Ohren pflegte. Es war alles sehr entspannt. Man hatte Zeit zum Plaudern, keine himmelsstürmenden Projekte. Auch unsere Nachbarn im Ferienhaus, Ruth und Pesche, erwiesen sich als kontaktfreudig und sehr freundlich. Dank CI blieb ich beim Plaudern auch länger fit.
Für alle, die gespannt auf mehr News über das Reisen mit CI warten: Der nächste Beitrag wird sich damit befassen. Wer eine übersichtlichere Zusammenfassung unserer ersten Woche will, lese hier beim Kulturflaneur nach.

Ich hatte die KI zu „Reisen mit CI“ befragt, und bekam dazu folgenden Ratschlag: „Tragen Sie Ihren Implantatausweis stets bei sich, packen Sie Ersatzteile und Ladegeräte unbedingt ins Handgepäck und nutzen Sie die Cochlear Tipps & Tricks sowie die MED-EL Reisehinweise für eine optimale Reiseplanung“.
Sicherlich bist du so gewissenhaft vorausplanend, dass du es so oder ähnlich gehandhabt hast.
Nun ja, wir sind ja nicht geflogen. Und doch war das CI eine ganz neue Erfahrung. Aber dazu später mehr.
Es ist gut, fit zu bleiben und Geist und Körper zu bewegen. Es ist ebenso gut, zur Ruhe zu finden und dem Bedürfnis nach Entspannung nachzugeben. Im Wechsel und durchaus von äußeren Gegebenheiten geleitet. Es macht Sinn, in heißen Ländern früh zu werkeln und spät, dazwischen aber zu ruhen und die Hitze Hitze sein zu lassen.
Und die heißen Länder – sind öfter mal genau hier.
Wir trafen auf unserem kurzen Urlaub (Montafon) einen Herrn, der sich selbst als Hitzeflüchtling bezeichnete. Er kam vom Kaiserstuhl und sagte selbst und ironisch, der Kaiserstuhl sei Deutschlands wärmte Gegend gewesen, jetzt sei dies eben die heißeste. Wir nickten nur, so viel kälter war es bei uns daheim auch nicht gewesen.
Und deshalb, erklärte er, habe er gezielt nach einer Fluchtmöglichkeit „über 1500m“ gesucht. Na ja, wir auch. Aber wir flohen ja eher vor den ganzen Umzugs- und Familienfestfolgen.
Ja, ein bisschen Flucht war bei den Temperaturen der letzten Wochen tatsächlich im Reisen drin. Auch bei uns zum Teil.