Baselbiet: Folgenreicher Sprung aus der S-Bahn

Wiese bei der S-Bahn-Haltestelle Salina Raurica (Kanton Baselland) am Samstag, 22. August 2026

Ich hatte vor, bis Kaiseraugst zu fahren. Dort wollte ich etwas zu essen kaufen, bevor ich auf meinen Spaziergang aufbrach. Mein ungefährer Plan: Vom Flusskraftwerk Augst rheinabwärts Richtung Basel. Doch an der letzten S-Bahn-Station vor Kaiseraugst, Salina Raurica, traf ich eine folgenreiche Entscheidung. Ich stieg spontan aus dem Zug. Ich wollte unbedingt das Bild oben machen.

Die Wiese lag da wie von bleichen Knochen übersät. Kein Quadratzentimeter Grün. Klar, ich hatte gewusst, dass das Baselbiet von der Dürre stark betroffen ist. Dennoch hatte ich das Thema nicht auf der Agenda gehabt. Ich war hergekommen aus Flanierlust, aus Industrieromantik, aus Nostalgie. Beim Flanieren ist Ziellosigkeit eine Tugend (ich habe hier darüber geschrieben). Wir lassen uns von unserer Neugier lenken, vom Zufall und vom Forscherdrang.

Doch der Sprung aus dem Zug in Salina Raurica sollte dazu führen, dass später nicht Neugier und der Zufall mich lenkten. Vielmehr bremste mich eine lähmende Unentschlossenheit. Denn in Salina Raurica gibt es keinen Laden, nicht einmal einen Kiosk.

Nun, einerlei. Irgendwo würde ich schon ein Mittagessen finden.

Auch von hier aus war es nicht weit zum Flusskraftwerk. Hier, glaubte ich, bin ich einmal nachts nach einem Cüpli-Anlass mit einem Schiff durch die Schleuse gefahren. Ich war ein Voralpenkind, trunken von der Nacht und ich kannte Schleusen nur vom Hörensagen. Es war magisch. Gestern sah ich dort endlich wieder mal Wasser in Hülle und Fülle (es wird dort ja auch gestaut).

Blick vom Wasserwerk Augst rheinaufwärts. Links das Gebäude des am selben Ort befindlichen Kraftwerks Wyhlen in Deutschland. (22. August 2026).

Bei der Messstelle Rheinfelden, nahe Kaiseraugst, fliessen im Jahresmittel 1029 Kubikmeter Wasser rheinabwärts. Gestern Morgen waren es zwischen 700 und 800 Kubikmeter. Das ist relativ wenig, aber es könnte schlimmer sein. In den letzten Tagen hat es weiter oben kräftig geregnet, die Pegelstände haben sich etwas normalisiert, (auch an der Reuss, die den Rhein speist).

Ich gehe kurz über die Brücke nach Deutschland, dann auf der Schweizer Seite flussabwärts, auf einem lieblichen, aber schmalen Wanderweg. Am Ufer stehen Fischerhäuschen, behängt mit viereckigen Netzen. Doch bald wird mir der Weg zu schmal. Auch brauche ich jetzt dann mal mein Mittagessen. Ich steige hinauf zum Ufersträsschen.

In der Ferne sehe ich bald eine Gebäude aufsteigen wie eine silbern schimmernde Zitadelle. Es trägt oben ein oranges Coop-Logo. Wahrscheinlich ein Produktionszentrum des Grossverteilers, aber, wer weiss, vielleicht gibt es dort ja auch ein Einkaufszentrum. Ich habe auf der Westseite des Gebäudes auf Google Maps auch ein Schoggihüsli verzeichnet gesehen, einen kleinen Laden. Mal schauen, ob sie dort auch Sandwiches für hungrige Flaneusen haben.

Ein Gedanke zu „Baselbiet: Folgenreicher Sprung aus der S-Bahn“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert