Neulich hat Mitbloggerin piri mich gefragt, wie sich mein Gehör seit der Anpassung des CI verändert hat. Gute Frage, finde ich, und versuche mich mal an einer Antwort in drei Abschnitten.
Ganz ohne Hörhilfen höre ich seit etwa vier Jahren rechts gar nichts mehr. Links habe ich, so sagt man mir, ein Restgehör von 6 Prozent. Das bedeutet: Wenn Herr T. sich vor mir aufstellt und deutlich mit mir spricht, dann blubbert es so in meinem linken Ohr. Wenn ich weiss, wovon er redet, verstehe ich oft, was er sagt. Mich selbst höre ich sprechen, aber ich verstehe nicht mehr, was ich sage. Letzteres ist eine nicht unerhebliche Behinderung, wie mich der einst berühmte Schweizer Sportkommentator Bernhard Thurnheer durch den Titel seiner Autobiografie gelehrt hat: «Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?».
Mit dem Hörgerät links habe ich eine Hörfähigkeit von 40 Prozent. Gesprächen mit bis zu vier Beteiligten ohne Umgebungslärm kann ich gut folgen. Wenn ich mit nur einer Person spreche, stört mich Umgebungslärm meist gar nicht, ich kann ihn ausfiltern. Das Hörgerät rechts habe ich getragen, aber da kam praktisch nichts herein. So habe ich mich mit meinem Hörgerät links in den letzten Jahren an der Welt festgeheftet als wäre es ein Saugnapf. Das ist jedoch anstrengend. Und im Strassenlärm schaltete ich das Hörgerät oft aus, weil ich ihn als sehr laut empfand und Angst hatte, dass er mich ganz taub macht.
Mit Hörgerät links und dem CI rechts habe ich nun wenigstens wieder rundum eine Geräuschkulisse. Das gibt mir Raumgefühl zurück und mehr Lust auf Geplauder. Ich werde in Gesprächssituationen weniger schnell müde. Seltsamerweise hört sich jetzt auch die Strasse weniger laut an. In Gesprächen konzentriere ich mich aus Gewohnheit auf mein linkes Ohr. Aber ich verstehe Herrn T., auch wenn nur das CI läuft. Der nächste Schritt wird sein, dass ich in Gesprächen das Hörgerät öfter mal ausschalte, zum Üben.



