go pitsche (V)
Standarddeutsch: «pitchen gehen», das heisst: vor einen potenziellen Kunden treten, um seine Dienstleistung im Wettbewerb mit der Konkurrenz kurz und prägnant anzupreisen; eine Redensart aus dem Marketing-Jargon.
Hier ausnahmsweise eine Verbkonstruktion, die ich selbst kürzlich zum ersten Mal gehört habe. Um die Neujahrstage treffen wir jeweils die Verwandte P., die in einer Kommunikationsfirma tätig ist. Ihr Job ist es, ganze Pakete von Massnahmen zu liefern, um zum Beispiel eine umstrittene Autobahnauffahrt mehrheitsfähig zu machen. Das Gremium, das diese Autobahnauffahrt will, lädt zunächst eine Reihe von PR-Firmen zur Präsentation ihrer Strategie ein und wählt dann die Firma, die den besten Eindruck macht. Kürzlich sei eine Anfrage von einem solchen Gremium bei ihr im Geschäft eingetroffen. Da hätten ihr Geschäftspartner und sie tief Luft geholt und sich entschlossen: «Jo, mer gönd go pitsche.» Ja, wir fahren da hin.
Ich hatte den Eindruck, dass dieses «go pitsche» eine aufregende Sache ist. Die KI von Google erklärt: «Ein Pitch im Verkaufsgespräch ist eine Präsentation, die das Interesse eines potenziellen Kunden wecken soll, indem sie klar den Nutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung kommuniziert und Vertrauen aufbaut.» Wobei, Vertrauen… Ich meine, P. ist ja eine verlässliche Person. Aber Google erscheinen zu Recherchen über das Pitchen immer Bilder von Leonardo di Caprio in «The Wolf of Wall Street».




